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Ab welchem Vermögen lohnt sich ein Family Office?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Ob sich ein Family Office lohnt, ergibt sich aus einer Rechnung: Der Nutzen muss die Kosten übersteigen, und diese Kosten hängen davon ab, welche Leistungen erbracht werden sollen. Deshalb liegt die Schwelle für ein eigenes Single Family Office sehr hoch und für ein Multi Family Office niedriger – wir sind zusätzlich eine Kooperation eingegangen, die den Zugang schon deutlich früher öffnet.


Ab welchem Vermögen lohnt sich ein Family Office?

Eine gesetzliche oder allgemein gültige Schwelle existiert nicht. Jeder Anbieter legt selbst fest, ab welcher Größe er Mandate annimmt, und die genannten Werte gehen entsprechend weit auseinander.

Der Grund liegt in der Kostenstruktur. Ein Family Office verursacht Aufwand, der weitgehend unabhängig von der Höhe des Vermögens ist: Controlling, Reporting, Abstimmung mit Banken und Beratern. Dieser Aufwand muss sich lohnen. Bei einem eigenen Single Family Office trägt ein einzelner Mandant den gesamten Apparat, deshalb liegt die Schwelle dort am höchsten. Ein Multi Family Office verteilt dieselben Kosten auf mehrere Mandate, wodurch die Einstiegsgröße sinkt.

Entscheidend ist außerdem, welche Leistungen überhaupt gebraucht werden. Wer nur eine Gesamtübersicht und die Abstimmung zwischen zwei Banken benötigt, braucht keine Struktur, die zusätzlich Nachfolge, Beteiligungen und Immobilien abdeckt.

Wann ist ein eigenes Single Family Office sinnvoll?

Ein eigenes Single Family Office ist sinnvoll, wenn die laufenden Erträge des Vermögens die Fixkosten einer eigenen Organisation dauerhaft tragen und der Mandant die Steuerung selbst übernehmen will.

Typische Konstellationen:

  • Ein Unternehmen wurde verkauft, das Vermögen verteilt sich seither auf mehrere Depots, Beteiligungen und Immobilien in mehreren Ländern.
  • Mehrere Gesellschafterstämme sind beteiligt, und es gibt dauerhaften Abstimmungsbedarf über Ausschüttungen, Nachfolge und gemeinsame Anlagen.
  • Es bestehen Sonderthemen, die kein Anbieter am Markt standardisiert abbildet, etwa eine Kunstsammlung, eine Stiftungslandschaft oder direkte Unternehmensbeteiligungen mit eigener Prüfung.
  • Der Mandant will Personal und Prioritäten selbst bestimmen und die Verantwortung dafür tragen.

Dagegen spricht: hohe Fixkosten, die Rolle als Arbeitgeber mit Personalverantwortung, die Abhängigkeit von wenigen Schlüsselpersonen und der Aufwand, aufsichtsrechtliche Anforderungen selbst zu erfüllen. Die Unterschiede beider Formen im Detail beschreibt der Artikel Single oder Multi Family Office.

Wann passt ein Multi Family Office?

Ein Multi Family Office passt, wenn dieselben Leistungen gebraucht werden, aber keine eigene Organisation entstehen soll. Die Fixkosten verteilen sich auf mehrere Mandate, dadurch liegt die Einstiegsgröße deutlich unter der eines Single Family Office.

Typische Konstellationen:

  • Das Vermögen liegt bei mehreren Banken, und es fehlt eine Gesamtübersicht über Aufteilung, Kosten und Risiken.
  • Neben Wertpapieren bestehen Immobilien und eine Unternehmensbeteiligung, die aufeinander abgestimmt werden müssen.
  • Eine Nachfolge steht an, und Steuerberater, Anwalt und Bank arbeiten bisher nebeneinander statt miteinander.
  • Der Mandant will Verantwortung für Personal und Aufsicht abgeben und mit planbaren Kosten arbeiten.

Was ein solcher Anbieter leistet und wie er abrechnet, beschreibt der Artikel Was ist ein Multi Family Office?.

Wann reicht eine Vermögensverwaltung?

Eine Vermögensverwaltung reicht, wenn das Vermögen überwiegend aus liquiden Anlagen besteht und kein Koordinationsbedarf über die Geldanlage hinaus entsteht.

Typische Konstellationen:

  • Das Vermögen liegt im Wesentlichen in einem Depot, das nach einer vereinbarten Strategie verwaltet werden soll.
  • Es gibt keine Unternehmensbeteiligung, keine größeren Immobilienbestände und keine offene Nachfolgefrage.
  • Steuerliche Themen beschränken sich auf die Abgeltungsteuer und werden über den Steuerberater abgedeckt.

In diesen Fällen bezahlt ein Family Office Leistungen, die gar nicht gebraucht werden. Umgekehrt stößt eine Vermögensverwaltung an ihre Grenzen, sobald Beteiligungen, Immobilien, mehrere Banken oder Generationenfragen hinzukommen: Sie verwaltet das ihr übertragene Depot, nicht das Gesamtvermögen.

Warum ist Komplexität wichtiger als die Vermögenshöhe?

Weil der Aufwand nicht mit der Summe steigt, sondern mit der Zahl der Bereiche, die zusammengeführt werden müssen. Zwei gleich große Vermögen können völlig unterschiedlichen Betreuungsbedarf auslösen.

Ein Vermögen, das vollständig in einem Depot liegt, erfordert wenig Koordination. Dasselbe Vermögen, verteilt auf eine Betriebsimmobilie, eine GmbH-Beteiligung, zwei Depots bei verschiedenen Banken, eine vermietete Wohnung und eine ungeklärte Nachfolge, erfordert eine Menge Abstimmung.

Anzeichen dafür, dass sich die Frage stellt:

  • Das Vermögen verteilt sich auf mehrere Anlageklassen, Gesellschaften oder Länder.
  • Mehrere Personen sind beteiligt, etwa Partner, Kinder oder Mitgesellschafter.
  • Ein Unternehmensverkauf, ein Karrierewechsel oder eine Abfindung steht bevor oder ist erfolgt.
  • Steuerliche Themen berühren mehrere Bereiche gleichzeitig, siehe Steueroptimierung.
  • Die Zahl der Berater ist unübersichtlich geworden, und niemand hat den Gesamtüberblick.

Welche Kosten bestimmen die Schwelle?

Die Schwelle ergibt sich aus den Fixkosten der jeweiligen Lösung im Verhältnis zum Nutzen. Deshalb unterscheidet sie sich zwischen Single Family Office, Multi Family Office und Vermögensverwaltung so deutlich.

Bei einem Single Family Office fallen Gehälter, Räume, IT- und Reportingsysteme, Jahresabschluss und externe Berater an, unabhängig davon, wie sich das Vermögen entwickelt. Ein Multi Family Office berechnet ein Honorar, meist als Gebühr auf das betreute Vermögen, als Pauschale oder als Kombination, häufig mit einer Mindestvergütung. Diese Mindestvergütung ist in der Praxis der eigentliche Grund für eine Einstiegsschwelle: Unterhalb einer bestimmten Größe steht sie in keinem sinnvollen Verhältnis zum Vermögen.

Für einen Vergleich zählen immer die Gesamtkosten, also Honorar plus Gebühren von Depotbanken, Verwaltern und Produkten.

Warum ist der Zugang bei uns früher möglich?

Weil wir eine Kooperation mit einem Family Office eingegangen sind, die genau diesen Zugang ermöglicht. Family Offices selbst öffnen ihre Leistungen in der Regel erst ab hohen Einstiegsgrößen, weil jedes einzelne Mandat Betreuungsaufwand verursacht, der sich unterhalb dieser Grenze nicht trägt.

Dieser Aufwand entsteht nicht durch die Anlage selbst, sondern durch alles darum herum: Erstgespräche, Aufnahme der Ausgangslage, Rückfragen, Unterlagen, Abstimmung mit Steuerberatern und Anwälten, laufende Kommunikation. Genau diesen Teil übernehmen wir. Das Family Office bringt seine Strukturen und Leistungen ein, wir begleiten Sie operativ und führen die Beteiligten zusammen.

Dadurch ist der Zugang zu Leistungen möglich, die Sie als Einzelperson zu diesem Zeitpunkt in der Regel nicht erhalten würden. Vermögensstrukturierung und Steuergestaltung laufen dabei ausschließlich über unseren Family-Office-Partner und die dort tätigen Berater. Wir selbst sind kein Family Office, keine Vermögensverwaltung und keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Der Gedanke dahinter: Viele Fragen, die ein Family Office beantwortet, stellen sich lange vor dem Erreichen der üblichen Schwellen. Ein Unternehmer, dessen Firma wächst, eine Führungskraft mit Aktienvergütung oder jemand nach einem Unternehmensverkauf braucht dieselbe Struktur wie ein sehr großes Vermögen, nur in kleinerem Maßstab. Was in Ihrer Situation sinnvoll ist, klären wir in einem Erstgespräch.

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